Montag, 06 September 2010
 
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Die Ruderbundesliga in Jahr 1 – Der LRV wagt ein Experiment PDF Drucken E-Mail

Schon ist es wieder vorbei. Große Diskussionen gingen der Ruderbundesliga voraus. Sowohl im deutschen Ruderverband, aber auch im LRV wurde dieser neue Begriff im Rudersport heiß diskutiert. Vieles spricht dafür, vieles dagegen. Wird der Rudersport nur noch Klamauk oder ist es eine Chance für einen Weg zurück in die Öffentlichkeit? Der Vorstand des LRV entschloss sich nach langen Diskussionen dazu, das Experiment Bundesliga zu wagen.

Danach (und natürlich auch schon ein wenig davor) begann für mich die Zeit der Mannschaftsbildung. Auf der Suche nach Interessenten zur Mannschaftsbildung war der Kern der Mannschaft schnell gefunden. „Das Projekt" mit den Ruderern Stephan Brendel, Markus Schnitzer und Johannes Sauer zeigten sofort Interesse. Hinzu kamen Axel Oschmann und Axel Siebert, der gerade wegen einer Verletzung seine aktive Laufbahn beendet hatte. Auch der Rückkehrer Thomas Kern zeigt sich begeistert. Bis dahin war es leicht. Mit Jan Dehoust konnte ich einen Spitzenmann vom Wormser Ruderclub gewinnen, der bis 2008 noch international aktiv gerudert ist. Hinzu kamen noch Marko Kürbis vom Mannheimer RC und natürlich Falk Hößler von der RG Heidelberg, der als Mitglied von „Das Projekt" dem LRV eh eng verbunden ist. Jan Dehoust konnte mit Marc Rippel noch einen Vizeweltmeister von 2008 für die Mannschaft aktivieren. Es war bei dieser Auswahl an tollen Männern nicht schwierig, Celine Gerner als Steuerfrau zu gewinnen.

Diese Truppe war bereit, auch durch die Tiefen der Liga, also die wirklich existierende 2. Bundesliga zu gehen. Mit einem geliehenen Achter der Fa. Empacher ging es nach Münster, wo in einem hochdramatischen Zeitfahren einmalig die Ligen in 1. und 2. Liga eingeteilt wurden. Dies sollte dann das restliche Jahr so bleiben und am Ende der Saison sollte es analog zum Fußball drei Auf- und drei Absteiger geben.

Mit einer starken Vorstellung qualifizierte sich der neu gegründete „Rhein-Neckar-Achter" für die erste Liga und belegte nach dem ersten Wochenende Platz 10 der Tabelle.

Danach ging es zu Wettkampfwochenenden nach Ratzeburg, Rauxel (ab hier im wunderschönen blauen LRV-Achter), Hannover, Leer und Krefeld. An jedem Wochenende gab es ein Einteilungszeitfahren und danach geht es im KO-System über 8tel-, 4tel- und Halbfinale in das jeweilige Finale. Jedes Wochenende gab es eine Ergebnistabelle und danach Punkte für die Saisontabelle. Der erste bekommt 16 Punkte, der zweite 15 Punkte usw.

Unser Boot belegte die Plätze 5 in Ratzeburg, 7 in Rauxel, 13 in Hannover, 14 in Leer und zum Abschluss Platz 12 in Krefeld. Das macht in Summe 41 Punkte und damit den Gesamtrang 10 in der Abschlusstabelle. Für diese sehr gemischte Mannschaft ist das sicherlich ein sehr starkes Ergebnis, das vor der Saison nicht mal die optimistischsten erwartet hätten. Markus vielleicht, aber sonst wohl niemand.

Was aber noch viel wichtiger als das reine Ergebnis ist, ist sicherlich die Entwicklung der Mannschaft in der Saison. Diese bunte Mischung aus alt und jung, Spitzensportler und Hobbyathlet, Ergoästhet und Bankdrück-Champion hat mir am Anfang schon Sorgen gemacht. Aber es kam ganz anders. Jan entwickelte sich zum Spielertrainer, der in Abstimmung mit mir das Training vom Schlag aus leitete und die Mannschaft führte. Aber auch die anderen zogen voll mit. Keine einzige Einheit ist wegen fehlender Ruderer ausgefallen. Marko hat über die Firma Heidelberger Leben einen Hauptsponsor aufgetan. Thomas stellte die Verbindungen zur Fa. TexLogg her, die unsere Einkleidung übernahm. Außerdem war er unser Mann fürs Design. Bootsaufkleber und ganz wichtig Magnettafeln für unsere Teamfahrzeuge mit dem Aufdruck „Teamfahrzeug Rhein-Neckar-Achter" machten unseren Auftritt nach außen perfekt. Hinzu kamen Falk und Markus, die die Homepage

Ebenfalls wichtig sind unsere Fans, die uns bei den Regatten begeleiteten. An erster Stelle hier Juliane und Silke, die Ihre Männer begleiteten, aber auch als Fans der Mannschaft am Rand standen. Dazu kamen Joanna Nirmaier (die in Ratzeburg auch einen Steuereinsatz hatte), Evelyn und Sandra, die auf der einen oder anderen Regatta dabei waren. Die Gründung der Fan-Gruppierung „Rhein-Neckar-City-Boys" steht kurz bevor.

Und was bringt das Spektakel dem Verein? Zum ersten Mal seit vielen Jahren haben wir eine stabile Männermannschaft, die einen LRV-Achter fahren kann. Dies führte zum 2. Platz in Offenbach und dem Gewinn von 1000 Euro, dies führt aber auch zu einer eigenen Mannschaft auf der Südwestdeutschen. Durch die beiden Sponsoren halten sich die Kosten für den Verein in überschaubaren Grenzen. Wer die Mannschaft live erleben will, wird dazu auf dem Herbstsprint Gelegenheit bekommen. Dieses Auftreten des LRV in der Öffentlichkeit (siehe Rheinpfalz-Artikel) ist der Start in der Bundesliga schon wert.

Jetzt geht es in die Winterpause und man muss in den nächsten Tagen über die Zukunft des Experiments „Ruderbundesliga" nachdenken.

Für mich bleibt mal wieder nur ein ganz dickes Dankeschön an alle Unterstützer und Förderer des Achter-Projektes, allen voran Stefan Piesik, der uns wieder mal in Sachen Material eine unersetzliche Hilfe war.

Und natürlich mein Dank an das Team. Ihr seid zwar alle völlig bescheuert, aber wenn es Ernst wurde, waren alle voll da. Dieser Wechsel zwischen Sport und Spaß war die Basis der Mannschaft Es hat mir wirklich viel Spaß mit euch gemacht. Nur durch eure Euphorie und Begeisterung für diese Sache war dieses Jahr überhaupt möglich. DANKE !

Auf in eine neues Jahr, wir haben noch lange nicht genug…

 

Christian Knab

Team-Manager

Rhein-Neckar-Achter

www.rhein-neckar-achter.de ins Leben riefen und pflegen.
Letztes Update ( Dienstag, 06 April 2010 )
 
 

 

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